Montag, 19. April 2010

Carl Spitzweg: Der arme Poet


Carl Spitzweg

Entstanden: 1839

Leinwand, 36 X 45 cm






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Lange wurde gerätselt, was der Poet mit den Fingern der rechten Hand macht. Eine naheliegende Vermutung ist, dass er einen Vers skandiert. Nach einer anderen Interpretation zerdrückt er zwischen seinen Fingern einen Floh – womit Spitzweg ironisch die Diskrepanz zwischen dem Anspruch des Dichters und der Wirklichkeit darstellen würde. Eine weitere Auslegung sieht darin die „Geste der Lehrdarlegung“ (vitarka) im Buddhismus. Diese Geste wird auch als Mudra der Diskussion bezeichnet. Daumen und Zeigefinger formen das „Rad der Lehre“. Alle anderen Finger sind nach oben gerichtet. Dies ist die mystische Geste der Bodhisattvas. Ob Spitzweg auf den Buddhismus anspielen wollte, bleibt fraglich.

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